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Entwicklung der Rechtsmedizin PDF Drucken

"Geschichte der Gerichtlichen Medizin im deutschsprachigen Raum" (ISBN 3-7950-0721-6), Schmidt-Römhild Verlag (Lübeck)

Bis ins Mittelalter galt seit dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert die Lehre des Claudius GALENOS, die "Bibel der Medizin", bis Andreas VESALIUS an die Stelle der GALENschen Anatomie des Affen und des Schweines diejenige des Menschen setzte und 1543 mit seinem Werk "De humani corporis fabrica" den Boden für eine exakte Gerichtliche Medizin schuf und sich mit dem gewaltsamen Tod auseinandersetzte. Schon 1532 war auf dem Reichstag zu Regensburg die Constitutio Carolina Criminalis ins Leben gerufen worden, die dem ärztlichen Sachverständigen die Beurteilung des kriminellen Abortes und der Sterilisation, von Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge sowie der Leichenschau gewaltsam Getöteter, ferner der Schuldfähigkeit Jugendlicher oder Geisteskranker auferlegte. "Noch nie", schreibt Otto v. OESTERLEN 1877, " war
die Zuziehung ärztlicher Sachverständiger mit solcher Bestimmtheit und Ausdehnung angewendet worden wie in der Halsgerichtsordnung Karls V. ... Mit den Bestimmungen der Constitutio Carolina war die Gerichtliche Medizin als neue praktische Disziplin begründet."

Für das Wesen des Faches gibt es eine Reihe von Definitionen, unter anderem von Mateo-José Bonaventura ORFILA 1848, Carl LIMAN 1871 und Julius KRATTER 1921, die inhaltlich ähnlich sind und die Wolfgang SCHWERD 1989 auf einen Nenner gebracht hat: "Rechtsmedizin ist eine medizinische Disziplin, die in Lehre, Forschung und Praxis die Anwendung medizinischer Kenntnisse und Methoden zur Klärung rechtserheblicher Tatbestände zum Inhalt hat." Der 1968 in Innsbruck von der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin beschlossene Aufgabenkatalog lautet wörtlich: "Aufgaben und Verantwortlichkeit des Arztes in der Gesellschaft und für die Gesellschaft (Rechtsstellung des Arztes, vertragliche Beziehungen zwischen Arzt und Patient, ärztliche Ethik, Umfang und Grenzen der ärztlichen Schweige- und Aufklärungspflicht, der Auskunfts- und Meldepflicht gegenüber Behörden, Rechtsfragen bei ärztlichen Eingriffen, insbesondere Operationen und Transfusionen), die Lehre vom ärztlichen Kunstfehler, von den wichtigsten versicherungsmedizinischen Problemen sowie von den Grundlagen der ärztlichen Sachverständigentätigkeit, besonders im Hinblick auf den Beweiswert medizinischer Feststellungen (Wahrscheinlich- keitsbegriff), ärztliche Aufgaben der Befund- und Beweissicherung bei fraglichen rechtserheblichen Körperverletzungen, zum Beispiel Misshandlungen und Notzucht und bei unklaren sowie unerwarteten Todesfällen, Probleme der Leichenschau und Obduktion, Todeszeitbestimmung, differentialdiagnostische Möglichkeiten zur Abgrenzung von natürlichem Tod, Unfall, Selbstmord sowie Tötung durch fremde Hand. Die Rechtssicherheit verlangt von jedem Arzt die Kenntnis der häufigsten bedrohenden Einwirkungsmöglichkeiten." 

 
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