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Entwicklung der Rechtsmedizin (Seite 2) PDF Drucken
Die Bezeichnung der Wissenschaft, die heute Rechtsmedizin genannt wird", schreibt 1983 Konrad HÄNDEL, der vier Generationen vorwiegend deutscher Fachkollegen persönlich kennt, "hat sich vielfach gewandelt. Weit mehr als 20 unterschiedliche lateinische und deutsche Synonyma wurden verwendet", zum Beispiel Medicina legalis, Medicina Forensis, Gerichtliche Arzneiwissenschaft, Gerichtliche Medizin, Gerichtliche und Soziale Medizin, Gerichtliche Medizin und Kriminalistik und seit Oktober 1968 Rechtsmedizin. Damit gilt auch in Deutschland die Fachbezeichnung wie in den meisten europäischen Staaten.


In der Antike gibt es Hinweise auf gerichtsmedizinische Aufgaben, so um 2700 vor Christus in Ägypten unter IMHOTEP die Leichenschau zur Feststellung der Todesursache, oder um 1700 vor Christus unter Chammurapi von Babylon mit dem Gesetz 218 über die Bestrafung des ärztlichen Kunstfehlers. Weitere Ansätze finden wir in der späteren Antike in den germanischen Gesetzen und im Corpus iuris civilis des oströmischen Kaisers JUSTINIAN. Die eigentliche Auseinandersetzung mit rechtserheblichen Fragen beginnt im späteren Mittelalter mit VESALIUS, CODRONCHI, FIDELIS, Felix PLATTER I., PARÈ und ZACCHIAS, zwei von ihnen waren in Basel tätig, die anderen in Italien und Frankreich. In Mitteldeutschland folgen im 17ten und 18ten Jahrhundert mit hervorragenden Werken Paul AMMANN, Gottfried WELSCH, Johannes BOHN, - er prägte den Begriff Gerichtliche Medizin -, Johann Ernst HEBENSTREIT, Christian Gottlieb LUDWIG, Einst PLATTNER, Michael ALBERTI, Hermann Friedrich TEICHMEYER, Johann Friedrich FASELIUS und Michael Bernhard Edler von VALENTINI. Im Norden Deutschlands gesellen sich hinzu Albrecht v. HALLER, Johann Gottfried BRENDEL, Gottlieb Heinrich KANNENGIEßER, Christian Ehrenfried ESCHENBACH und Ludwig Julius Caspar MENDE mit seinem sechsbändigen ausführlichem Handbuch der Gerichtlichen Medizin für Gesetzgeber, Rechtsgelehrte, Ärzte und Wundärzte.



Es zeichnet sich also eine deutliche Ballung der wissenschaftlichen und praktischen Behandlung unseres Faches im Zentrum Europas ab. Unterstützt wurde dieser Trend durch die österreichischen Sanitätspolizeigesetze ab Ende des 18ten Jahrhunderts, besonders verfochten durch Johann Peter FRANK, der die Gerichtliche Medizin mit der Medizinischen Polizei, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, zur Staatsarzneikunde zusammenschloß, bis Hygiene und Bakteriologie aufblühten, so daß Max v. PETTENKOFER 1867 äußerte: "Die Zusammenziehung von Gerichtlicher Medizin und Medizinalpolizei ist immer als ein unnatürliches Gespann von zwei Kräften erschienen"- Und Eduard Ritter v. HOFMANN war, als er 1876 das Ordinariat in Wien antrat, der Erste, der sich von der Medizinischen Polizei trennte. Die Wiege des Faches steht seit 1905 in Wien und 1807 folgend in Prag.

 
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