Gesellschaft
Startseite
Geschichte
Satzung
Mitgliedschaft
Bildergalerie
Gliederung
Vorstand
Regionalgruppen
Ehrungen
Startseite arrow Vorstand
Advertisement

Entwicklung der Rechtsmedizin (Seite 3) PDF Drucken


Gegner des sich blühend entwickelnden Faches hat es häufig gegeben, so aus dem Konkurrenzgebaren der Pathologen wie Carl v. ROKITANSKI, Rudolf VIRCHOW, Otto LUBARSCH oder dem Chirurgen Theodor BILLROTH, den sein Hauslehrer einmal als Ingenium tardum charakterisiert hatte. Später waren es die Gesetzgeber, die im preußischen Kreisarztgesetz vom September 1899 bestimmten, dass der Amtsarzt auch die Funktion des Gerichtsarztes ausübe. Superlativ wurde das Vereinheitlichungsgesetz über das Gesundheitswesen vom 3. Juli 1934, welches unser Fach dem existentiellen Ruin entgegentrieb, nach Kriegsende zwar nicht aufgehoben, aber in seiner Wirksamkeit eingeschränkt, denn jeder Rechtsstaat benötigt im gegebenen Fall zur Rechtsfindung erfahrene Fachleute der Rechtsmedizin.

Spuren der heutigen Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin reichen bis zur Gründung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte am 18. September 1822 in Leipzig zurück. 1886 wurde innerhalb dieser Gesellschaft eine Sektion Gerichtliche Medizin ins Leben gerufen. Während der 76sten Tagung wurden am 20. September 1904 auf Antrag Georg PUPPEs die Deutsche Gesellschaft für Gerichtliche Medizin gegründet und in den Gründungsausschuß die Ordinarien Carl IPSEN und Julius KRATTER aus Oesterreich sowie Adolf LESSER, Georg PUPPE, Fritz STRASSMANN und Emil UNGAR aus Deutschland gewählt. In ihrem Rundschreiben aus dem November 1904 lesen wir: ... "
Der Zweck der Gesellschaft soll sein, einen Mittelpunkt für gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten zu bilden und zu einer persönlichen Vereinigung der Fachgenossen beizutragen"

Am 25. September 1905 erklärt Fritz STRASSMANN in seiner Begrüßungsansprache in Meran: ... "
Die Gerichtliche Medizin hat erst in den letzten Jahren im Deutschen Reiche eine würdigere Stellung errungen; sie war vielfach einer Geringschätzung und Zurückhaltung begegnet, von der Sie, meine Herren Kollegen aus Oesterreich, die Sie ähnliche trübe Zeiten nicht kennengelernt haben, sich keine Vorstellung machen können... Nichts aber wird mehr dazu dienen, unser Ansehen zu heben, als die Steigerung unserer wissenschaftlichen Leistungen. Weil wir uns dieses wissenschaftliche Ziel als Hauptziel gesetzt haben, haben wir für unsere Gesellschaft den Namen Deutsche Gesellschaft für Gerichtliche Medizin und nicht den der Gerichtsärztlichen Gesellschaft gewählt, der ebenfalls vorgeschlagen wurde... Durch die Wahl dieses Namens haben wir auch das Feld unserer Tätigkeit vollkommen klar umgrenzt. Es ist damit gesagt, daß die ganze Gerichtliche Medizin, - aber auch nur was zu ihr gehört -, in unseren Verhandlungen Raum finden soll... Von diesem Grundsatz ausgehend können wir nicht zweifelhaft darüber sein, daß die Gerichtliche Psychiatrie, da sie einen integrierenden Teil der Gerichtlichen Medizin darstellt, in unsere Verhandlung gehört. Ebenso gibt es keinen Zweifel, daß die Gerichtliche Chemie, die auf toxikologischem Gebiete von der Gerichtlichen Medizin nicht scharf zu scheiden ist, nicht zurückgewiesen werden kann"...

In seinem Referat "Die Gesellschaft für Rechtsmedizin im Spiegel ihrer Tagungen" weist Walter KRAULAND 1982 darauf hin, daß auf den Jahrestagungen bis 1980 ca. 3 900 Vorträge gehalten worden seien, diese Zahl erhöht sich bis 1995 auf 5 900. Kehren wir zu Fritz STRASSMANN nach Meran zurück, so ist die Zielsetzung des Gründungsausschusses, die wissenschaftlichen Leistungen in der Gerichtlichen Medizin zu steigern, kein leer gedroschenes Stroh gewesen.

 
< zurück   weiter >
 
 
Sprache wählen
EnglishDeutsch
Uhrzeit
Benutzer online
Aktuell 1 Gast online
Mitglieder Login





Passwort vergessen?
Top 5 Themen
 
 
 
© 2021 Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.